- Sip & Bite: So findest du das perfekte Pairing für Whisky, Rum & Cocktails
- Ähnlichkeit, Kontrast oder Ergänzung?
- Pairing darf Spaß machen
- Die wichtigsten Aromen verstehen
- Und dann kommen die Aromen ins Spiel
- Der kleine Pairing-Merksatz
- Whisky-Pairings – welcher Whisky passt zu welchem Genuss?
- Rum-Pairings – von tropischen Früchten bis dunkler Schokolade
- Cocktail-Pairings – welcher Drink passt zu welchem Essen?
- Der vielleicht wichtigste Tipp: Erst das Essen, dann der Drink
- Mein kleiner Wissenskasten: „So findest du dein eigenes Pairing“
- Eine kleine „Pairing-Matrix“ im Überblick
- Kommen wir zum Ende
Sip & Bite: So findest du das perfekte Pairing für Whisky, Rum & Cocktails
Ich gebe es zu: Beim Thema Pairing denkt man zunächst schnell an die Klassiker. Whisky und Schokolade. Rotwein und Käse. Und natürlich gibt es Kombinationen, bei denen man ziemlich wenig falsch machen kann. Aber wirklich spannend wird es für mich genau dann, wenn man sich nicht einfach auf die bekannten Kombinationen verlässt, sondern einmal ausprobiert, warum bestimmte Aromen miteinander funktionieren.
Dieses Thema ist so immens umfangreich. Und bevor ich unglaublich tief in die unendlichen Weiten des Pairings einsteige, versuche ich vorab schon die Notbremse zu ziehen und mich auf das Wissenswerteste zu konzentrieren. Aber lasst euch nicht abschrecken, sollte es doch diesmal etwas mehr Infos zum Lesen geben. Ich könnte vermutlich seitenlang schreiben ob Whisky mit Käse, Rum mit Schokolade oder Cocktails mit Desserts passt und plötzlich sind 50 Seiten vergangen und ich diskutiere darüber, ob eine Olive besser zu einem Negroni oder doch zu einem Gin Martini passt.
Kurz gesagt: Pairing ist ein Thema, bei dem man eigentlich nie fertig wird und genau das macht es für mich so spannend. Also lieber Glas und Teller auf den Tisch, ausprobieren und selbst herausfinden, was zusammenpasst. Aber erstmal gebe ich euch ein paar Infos.
Ähnlichkeit, Kontrast der Ergänzung?
Grundsätzlich kann man sich beim Pairing an drei einfachen Prinzipien orientieren.
Ähnlichkeit:
Aromen, die sich ähneln, können sich gegenseitig verstärken. Vanille im Bourbon und ein Dessert mit Vanille sind dafür ein einfaches Beispiel. Auch Zitrusaromen im Gin und eine Speise mit Zitrone können wunderbar zusammenspielen.
Kontrast:
Manchmal ist gerade das Gegenteil spannend. Süße und Salz, Fett und Säure oder Bitterkeit und Süße können für einen überraschend harmonischen Ausgleich sorgen. Ein kräftiger, bitterer Cocktail kann beispielsweise neben einem salzigen Snack völlig anders wirken als beim puren Genuss.
Ergänzung:
Hier bringt jeder Bestandteil etwas mit, das dem anderen fehlt. Ein frischer, säurebetonter Cocktail kann ein reichhaltiges, fettigeres Gericht leichter wirken lassen. Umgekehrt kann ein cremiges Dessert die Alkohol- und Gewürznoten eines kräftigen Spirits auffangen.
Das Schöne daran: Man muss dafür kein ausgebildeter Sommelier sein. Ein bisschen Neugier, eine offene Nase und die Bereitschaft, etwas auszuprobieren, reichen oft schon aus.
Der wichtigste Tipp: Nicht nur auf die Spirituose schauen.
Gerade bei Cocktails wird das häufig unterschätzt. Ein Gin Tonic oder ein Negroni basieren zwar auf Gin, schmecken aber völlig unterschiedlich. Beim Pairing sollte deshalb nicht nur die Frage lauten: „Was passt zu dem Gin?“, sondern vielmehr: „Welche Aromen bringt dieser konkrete Drink mit?“
Beim Whisky ist es ähnlich. Ein leichter, fruchtiger Single Malt stellt ganz andere Anforderungen an ein Pairing als ein kräftiger, torfiger Whisky. Und zwischen einem frischen Rhum Agricole und einem lange im Fass gereiften, süßlich-würzigen Rum liegen aromatisch ebenfalls Welten.
Genau deshalb lohnt es sich, Spirituosen nicht nur nach ihrer Kategorie zu betrachten, sondern ihren Charakter und ihr Aromaprofil kennenzulernen.
Pairing darf Spaß machen
Für mich gehört außerdem eine Sache ganz klar dazu. Pairing sollte keine Wissenschaft sein, die man mit einer langen Liste von Regeln erst lernen muss. Natürlich gibt es Grundprinzipien, aber am Ende entscheidet der persönliche Geschmack.
Vielleicht passt für dich eine Kombination, bei der ein anderer sofort den Kopf schüttelt. Und genau das ist völlig in Ordnung.
Mein Tipp: Probiert es einfach aus. Nehmt einen Spirit, den ihr gerne trinkt, stellt zwei oder drei unterschiedliche Snacks dazu und probiert bewusst. Erst den Drink alleine, dann zusammen mit dem Essen. Was wird intensiver? Was verschwindet plötzlich? Welche Aromen kommen zum Vorschein, die ihr vorher gar nicht wahrgenommen habt?
Denn genau das macht gutes Pairing aus: Es verändert nicht nur den Geschmack des Essens oder des Drinks. Es kann dafür sorgen, dass man beide plötzlich ganz neu entdeckt.
Und genau deshalb schauen wir uns im nächsten Schritt genauer an, welche Aromen besonders gut miteinander harmonieren und wie ihr daraus eure eigenen Pairings für Cocktails, Whisky und Rum entwickeln könnt.
Die wichtigsten Aromen verstehen
Bevor wir uns an konkrete Pairings wagen, lohnt sich ein kleiner Blick auf das, was eigentlich auf der Zunge und in der Nase passiert. Denn gutes Pairing beginnt nicht mit der Frage „Was passt zu Whisky?“, sondern viel früher: Welche Geschmacksrichtungen und Aromen bringt mein Drink oder mein Essen überhaupt mit?
Keine Sorge, dafür braucht es weder ein professionelles Tasting-Glas noch ein Sommelier-Diplom. Ein bisschen Aufmerksamkeit reicht schon. Wer beim Trinken und Essen bewusst auf bestimmte Eigenschaften achtet, entdeckt schnell, warum manche Kombinationen überraschend gut funktionieren. Andere wiederum eher langweilig sind oder sogar unangenehm.
Süß – der natürliche Partner für kräftige Aromen
Süße ist beim Pairing ein echter Allrounder. Sie kann kräftige, würzige oder alkoholische Aromen abrunden und wirkt häufig wie ein kleiner Puffer.
Das erklärt unter anderem, warum gereifter Rum und Schokolade so wunderbar funktionieren. Ein Rum mit Noten von Vanille, Karamell und Trockenfrüchten findet in dunkler Schokolade einen aromatischen Partner, ohne dass eine Seite völlig untergeht.
Auch bei Cocktails spielt Süße eine wichtige Rolle. Allerdrings gilt hier: Zu viel Süße auf beiden Seiten kann schnell anstrengend werden. Ein sehr süßer Cocktail braucht nicht unbedingt noch ein zuckriges Dessert. Manchmal sorgt gerade etwas leicht Herbes oder Salziges für den besseren Kontrast.
Säure – der Frischekick
Zitrone, Limette, Grapefruit oder säuerliche Früchte bringen Frische ins Spiel. Säure kann schwere und reichhaltige Speisen leichter wirken lassen und ist deshalb ein hervorragender Gegenspieler zu Fett und Cremigkeit.
Kein Zufall also, dass viele klassische Cocktails auf Säure setzen. Daiquiri, Margarita oder Whisky Sour bekommen durch Zitrusfrüchte ihre Frische und Balance.
Beim Food-Pairing funktioniert das ähnlich. Ein säurebetonter Cocktail kann wunderbar zu reichhaltigeren Speisen passen, während ein frischer Gin mit Zitrusnoten beispielsweise hervorragend zu Fisch, Meeresfrüchten oder leichten Salaten harmonieren kann.
Bitter – mehr als nur „bitter“
Bitterkeit hat einen etwas schwierigeren Ruf. Dabei kann sie beim Pairing unglaublich interessant sein.
Negroni, Americano oder viele Aperitif-Klassiker zeigen, wie spannend Bitterkeit sein kann. Sie bringt Tiefe und Struktur in einen Drink und funktioniert besonders gut mit salzigen, würzigen oder fettreicheren Speisen.
Ein Stück gereifter Käse, einige Oliven oder ein herzhafter Snack können einen bitteren Cocktail plötzlich deutlich runder erscheinen lassen.
Und auch bei Desserts kann Bitterkeit spannend sein. Dunkle Schokolade beispielsweise bringt selbst eine gewisse Bitterkeit mit und kann dadurch sehr gut mit kräftigen, würzigen oder fassgereiften Spirituosen funktionieren.
Salzig – der unterschätzte Pairing-Helfer
Salz kann Aromen verstärken und ist deshalb beim Pairing ein kleines Ass im Ärmel.
Wer schon einmal eine Margarita mit ihrem klassischen Salzrand getrunken hat, kenn das Prinzip. Die Kombination aus Limette, Agave, Tequila und Salz zeigt sehr schön, wie unterschiedliche Geschmacksrichtungen zusammenarbeiten können.
Aber auch bei Spirituosen lässt sich damit experimentieren. Ein paar gesalzene Nüsse zu einem Whisky oder Rum können dessen süßliche und würzige Aromen stärker hervortreten lassen.
Das bedeutet übrigens nicht, dass man jetzt alles kräftig salzen sollte. Oft reicht bereits eine kleine salzige Komponente um einen deutlichen Unterschied zu machen.
Umami – wenn es herzhaft wird
Umami ist wahrscheinlich der Geschmack, über den beim Pairing am wenigsten gesprochen wird. Dabei begegnet er uns ständig: in gereiftem Käse, Fleisch, Pilzen, Sojasauce, Tomaten oder beispielsweise getrockneten Zutaten.
Umami-reiche Speisen können hervorragend mit kräftigen Spirituosen funktionieren. Insbesondere dann, wenn diese selbst intensive, würzige, rauchige oder holzige Aromen besitzen.
Ein kräftiger, rauchiger Whisky zu einem Stück gereiftem Käse? Für viele Genießer eine hervorragende Kombination.
Wichtig ist allerdings die Intensität. Ein sehr feiner, leichter Gin kann neben einem extrem würzigen Umami-Gericht schnell untergehen.
Schärfe – hier ist etwas Vorsicht gefragt
Chili und Spirituosen sind ein spannendes Thema, aber nicht jede Kombination funktioniert automatisch.
Scharfe Speisen können den Eindruck von Alkohol verstärken. Ein hochprozentiger Spirit kann dadurch noch kräftiger und brennender wirken. Gerade bei sehr scharfem Essen lohnt es sich deshalb, auf einen Drink mit fruchtigen, süßlichen oder erfrischenden Komponenten zu setzen.
Ein fruchtiger Cocktail kann hier deutlich angenehmer funktionieren als ein sehr alkoholstarker, trockener Drink.
Fett & Cremigkeit – perfekte Gegenspieler
Fett ist zwar keine klassische Geschmacksrichtung wie süß oder sauer, spielt beim Pairing aber eine wichtige Rolle.
Cremige und fettreiche Speisen können intensive Spirituosen wunderbar abfedern. Gleichzeitig kann Säure oder Bitterkeit dafür sorgen, dass ein reichhaltiges Gericht nicht zu schwer wirkt.
Genau deshalb funktionieren beispielsweise Cocktails mit Zitrusfrüchten so gut zu reichhaltigerem Essen: Die Säure bringt Frische und schafft einen Gegenpol zur Cremigkeit.
Und dann kommen die Aromen ins Spiel
Neben den grundlegenden Geschmacksrichtungen gibt es natürlich noch die eigentliche Aromawelt. Und genau hier wird es bei Whisky, Rum und Cocktails richtig spannend.
Ein Whisky kann beispielsweise nach Vanille, Karamell, Apfel, Birne, Nüssen, Gewürzen, Holz oder Rauch duften. Ein Rum kann Aromen von Banane, Ananas, Trockenfrüchten, Zuckerrohr, Vanille oder Karamell zeigen. Diese Aromen können wir beim Pairing aufgreifen.
Ein einfacher Grundsatz hilft dabei: Was du im Glas riechst, kannst du häufig auch auf dem Teller wiederfinden.
Hat ein Whisky beispielsweise deutliche Vanille- und Karamellnoten, kann ein Dessert mit karamellisierten Nüssen hervorragend dazu passen. Findest du in einem Gin intensive Grapefruit- und Orangennoten, lohnt sich ein Blick auf Gerichte oder Snacks mit Zitrusfrüchten.
Aber auch hier gilt: Nicht immer muss man Aromen spiegeln. Manchmal entsteht gerade durch einen Kontrast das spannendere Ergebnis. Und genau darin liegt für mich der Reiz beim Pairing. Es gibt keine starre Formel. Es geht darum, Aromen zu erkennen, miteinander zu verbinden und einfach einmal auszuprobieren, was passiert.
Der kleine Pairing-Merksatz
Wenn ihr beim nächsten Mal vor einem Glas Whisky, Rum oder einem Cocktail sitzt, fragt euch einfach:
- Was schmecke ich?
- Was rieche ich?
- Was könnte diese Aromen ergänzen oder ihnen bewusst etwas entgegensetzen?
Mehr braucht es für den Anfang eigentlich nicht. Aus genau diesen drei Fragen entstehen oft die interessantesten Kombinationen.
Whisky-Pairings – welcher Whisky passt zu welchem Genuss?
Whisky und gutes Essen, das ist eine Kombination, die viel mehr kann als das klassische Glas Whisky nach dem Essen. Denn „Whisky“ ist beim Pairing eigentlich viel zu allgemein. Zwischen einem leichten, fruchtigen Single Malt, einem kräftigen Bourbon und einem intensiv torfigen Islay Whisky liegen aromatische Welten.
Und genau deshalb lohnt es sich, beim Pairing nicht nur auf das Alter oder die Herkunft zu schauen, sondern vor allem auf den Charakter des Whiskys.
Die wichtigste Regel lautet dabei: Die Intensität sollte zusammenpassen. Ein filigraner Whisky mit zarten Fruchtnoten kann neben einem sehr kräftigen, würzigen Gericht schnell untergehen. Ein intensiver, rauchiger Whisky darf dagegen ruhig einen ebenso charakterstarken Partner bekommen.
Rauchiger Whisky trifft auf kräftige Aromen
Rauchige und torfige Whisky gehören zu den spannendsten Pairing-Kandidaten. Je nach Abfüllung können neben Rauch und Torf auch maritime, salzige, erdige oder würzige Noten auftreten. Und genau diese Aromen schreien förmlich nach kräftigen Gegenspielern.
Besonders gut passen:
- geräucherter Lachs
- geräucherte Forelle
- BBQ und gegrilltes Fleisch
- kräftige Würste
- gereifter Hartkäse
- Blauschimmelkäse
- geröstete Nüsse
- dunkle Schokolade



Warum funktioniert das?
Ganz einfach: Ähnliche Aromen können sich gegenseitig verstärken. Rauchiger Whisky und geräucherter Lachs greifen beispielsweise dieselbe aromatische Richtung auf. Bei einem kräftigen Käse entsteht dagegen ein interessanter Kontrast aus würzigen, cremigen und rauchigen Noten. Auch dunkle Schokolade ist ein überraschend guter Partner. Ihre Röstaromen und die leichte Bitterkeit können hervorragend mit einem kräftigen, rauchigen Whisky harmonieren.
Mein Tipp: Bei stark getorften Whiskys lieber mit kleinen Portionen arbeiten. Hier gilt definitiv: weniger ist manchmal mehr.
Sherryfassgereifter Whisky & die Welt der dunklen Aromen
Whiskys, die in Sherryfässern gereift oder nachgereift wurden, bringen häufig Aromen von Trockenfrüchten, Rosinen, Pflaumen, Nüssen, Gewürzen, Schokolade und Karamell mit. Damit öffnen sich ganz andere Pairing-Möglichkeiten.
Dazu passen hervorragend:
- dunkle Schokolade
- Datteln und Feigen
- Walnüsse und Pekannüsse
- gereifter Käse
- Blauschimmelkäse
- karamellisierte Desserts
- Früchtekuchen
- Desserts mit Zimt



Hier kann man wunderbar mit ähnlichen Aromen arbeiten. Ein Whisky mit deutlichen Rosinen- und Trockenfruchtnoten kann beispielsweise mit Datteln oder Feigen eine regelrechte Aromabrücke bilden.
Besonders spannend finde ich die Kombination mit Blauschimmelkäse. Die salzigen und würzigen Noten des Käses treffen auf die süßlichen, fruchtigen und würzigen Komponenten des Whiskys. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein Pairing nicht möglichst „ähnlich“ schmecken muss, um zu funktionieren.
Bourbon – wenn Vanille auf Karamell trifft
Bourbon bringt durch die Verwendung von überwiegend Mais und die Reifung in neuen, ausgebrannten Eichenfässern häufig ein besonders zugängliches Aromaprofil mit. Vanille, Karamell, Honig, Eiche, Gewürze und manchmal kräftige Fruchtnoten machen Bourbon zu einem hervorragenden Begleiter für herzhafte Gerichte und Desserts.
Besonders interessant:
- Burger
- BBQ
- Rippchen
- gegrilltes Fleisch
- karamellisierte Früchte
- Pekannuss-Desserts
- Brownies
- Vanilleeis
- dunkle Schokolade



Gerade BBQ ist hier ein schönes Beispiel. Die Röstaromen des Fleisches und die karamellisierten BBQ-Noten greifen die süßlichen und holzigen Komponenten des Bourbons auf. Und wenn es anschließend noch etwas Süßes sein darf: Bourbon und Pekannuss sind fast schon ein kleines Dreamteam.
Fruchtiger & leichter Single Malt – lieber etwas feiner
Nicht jeder Whisky möchte mit einem Steak oder einer Tafel 85%-iger Schokolade kombiniert werden.
Leichtere Single Malts können florale, fruchtige oder malzige Aromen zeigen. Beispielsweise Apfel, Birne, Zitrusfrüchte, Honig, Vanille oder Getreidenoten.
Hier passen eher:
- milder Hart- oder Weichkäse
- Ziegenkäse
- geröstete Mandeln
- Apfel- und Birnendesserts
- Fisch
- leichte Desserts
- Shortbread
Hier würde ich bewusst auf zu intensive Speisen verzichten. Ein sehr würziger Blauschimmelkäse kann einen eleganten, leichten Whisky komplett überdecken. Ein feiner Single Malt mit Birnen- oder Apfelnoten kann dagegen mit einem entsprechenden Dessert eine wunderschöne Aromabrücke bilden.
Rye Whiskey – würzig darf es werden
Rye Whiskey ist aufgrund des hohen Roggenanteils häufig würziger und pfeffriger als viele klassische Bourbon-Abfüllungen. Typische Noten können von Pfeffer und Gewürzen bis hin zu Kräutern, Zitrusfrüchten und dunkler Schokolade reichen.
Das macht ihn interessant zu:
- Pastrami
- BBQ
- geräuchertem Fleisch
- würzigen Burgern
- gereiftem Käse
- dunkler Schokolade
- Nüssen
Auch hier gilt: Je kräftiger und würziger der Whisky, desto mehr darf auch das Essen „zu sagen haben“.
Whisky & Schokolade – ein Klassiker mit vielen Möglichkeiten

Wenn es um Whisky-Pairings geht, darf Schokolade natürlich nicht fehlen. Aber auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Milchschokolade passt beispielsweise gut zu weicheren, süßlicheren Whiskys mit Vanille- und Karamellnoten.
Dunkle Schokolade kann ein hervorragender Partner für kräftige, gereifte oder rauchige Whiskys sein.
Schokolade mit Orange wiederum kann wunderbar mit fruchtigen oder sherryfassgereiften Whiskys funktionieren.
Und bei Schokolade mit Salz oder Nüssen kommen wieder die Kontraste ins Spiel.
Das Spannende ist, schon eine kleine Veränderung bei der Schokolade kann den Whisky völlig anders wirken lassen.
Whisky & Käse – warum der Klassiker funktioniert

Auch Käse und Whisky sind nicht ohne Grund ein beliebtes Duo. Käse bringt Fett, Salz, Umami und je nach Sorte ganz unterschiedliche Aromen mit.
Ein paar einfache Kombinationen zum Ausprobieren:
Milder, fruchtiger Whisky
-> milder Hartkäse oder Ziegenkäse
Sherryfassgereifter Whisky
-> gereifter Hartkäse oder Blauschimmelkäse
Rauchiger Whisky
-> kräftiger Hartkäse oder würziger Blauschimmelkäse
Bourbon
-> gereifter Cheddar
Besonders interessant wird es, wenn man den Käse nicht direkt nach dem Whisky probiert, sondern zunächst den Käse, anschließend einen kleinen Schluck Whisky und danach noch einmal den Käse.
Plötzlich können sich Aromen verändern, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat.
Die wichtigste Whisky-Pairing-Regel
Wenn ihr euch nur eine Sache aus diesem Abschnitt merkt, dann diese: Je kräftiger der Whisky, desto kräftiger darf auch sein Pairing sein.
Ein leichter Single Malt braucht kein schweres Essen. Ein intensiver, torfiger Whisky muss sich dagegen nicht hinter einem zarten Häppchen verstecken.
Und dann darf natürlich experimentiert werden. Denn genau wie beim Whisky selbst gibt es auch beim Pairing nicht die eine „richtige“ Kombination. Vielleicht überrascht euch gerade eine Verbindung, die auf dem Papier zunächst überhaupt nicht zusammenpasst.
Mein persönlicher Tipp: Beim nächsten Whisky-Tasting einfach einmal drei kleine Begleiter auf den Tisch stellen. Beispielsweise dunkle Schokolade, Käse und geröstete Nüsse. Den Whisky zunächst pur probieren und anschließend mit jedem einzelnen Pairing. Ihr werdet schnell merken: Der Whisky bleibt derselbe, aber seine Aromen können plötzlich ganz anders wirken.
Rum-Pairings – von tropischen Früchten bis dunkler Schokolade
Wenn es um Pairings geht, ist Rum für mich eine der spannendsten Spirituosen überhaupt. Und das liegt vor allem daran, dass Rum nicht gleich Rum ist und Rum (neben Gin) zu meinem Lieblings-Spirituosen gehört.
Ein leichter weißer Rum kann frisch, fruchtig und beinahe unkompliziert wirken. Ein gereifter Rum bringt dagegen häufig Aromen von Vanille, Karamell, Eiche und Trockenfrüchten mit. Und ein Rhum Agricole aus frischem Zuckerrohrsaft kann deutlich pflanzlicher, würziger und mineralischer auftreten.
Damit ist Rum ein echter Allrounder beim Pairing. Man muss nur wissen, welchen Rum man gerade im Glas hat. Auch hier gilt wieder: Nicht die Farbe der Spirituose entscheidet, sondern ihr Charakter.
Gereifter Rum – der perfekte Partner für dunkle Aromen
Bei lange gereiften Rums finden sich häufig Aromen von Vanille, Karamell, Eiche, getrockneten Früchten, Gewürzen und manchmal Kaffee oder Kakao.
Da liegt die Kombination mit dunkler Schokolade natürlich nahe.
Besonders gut passen:
- dunkle Schokolade
- Brownies
- karamellisierte Desserts
- Banane
- gebackene Ananas
- Pekannüsse
- Walnüsse
- gereifter Käse
- Trockenfrüchte



Hier funktioniert häufig das Prinzip der Aromabrücke. Ein Rum mit deutlichen Vanillenoten kann beispielsweise hervorragend zu einem Vanilledessert passen. Hat er dagegen Noten von Rosinen, Pflaumen oder Datteln, lohnt sich ein Pairing mit getrockneten Früchten.
Aber auch Kontraste sind spannend. Ein salziger, gereifter Käse kann die süßlichen und würzigen Komponenten eines gereiften Rums besonders schön hervorheben.
Rum & Schokolade – ein Klassiker mit gutem Grund
Rum und Schokolade gehören für mich zu den Kombinationen, bei denen man kaum erklären muss, warum sie funktionieren. Man muss sie eigentlich nur einmal ausprobieren.
Besonders interessant wird es, wenn man die Schokolade auf den Rum abstimmt.
Milchschokolade
-> weichere, süßliche Rums mit Vanille- und Karamellnoten
Dunkle Schokolade
-> kräftige, lange gereifte oder würzige Rums
Schokolade mit Orange
-> fruchtige und fassgereifte Rums
Schokolade mit Chili
-> würzige Rums oder Rums mit kräftigem Fasscharakter
Schokolade mit Meersalz
-> besonders spannend zu süßlich-fruchtigen Rums
Und hier zeigt sich wieder: Pairing bedeutet nicht automatisch, möglichst ähnliche Aromen zusammenzubringen. Ein bisschen Salz oder Schärfe kann gerade den Kontrast erzeugen, der einen süßen Rum interessanter macht.
Leichter weißer Rum – frisch und unkompliziert
Weißer Rum wird häufig in Cocktails verwendet und deshalb beim Food-Pairing etwas unterschätzt. Dabei kann ein leichter Rum mit fruchtigen oder floralen Noten hervorragend zu leichten, frischen Speisen passen.
Probiert ihn beispielsweise mit:
- Garnelen
- Ceviche
- Sushi
- Limette
- Ananas
- Mango
- Wassermelone
- leichten Salaten
- Kokosdesserts



Gerade tropische Früchte sind hier naheliegend. Ananas, Mango oder Limette greifen die fruchtigen und exotischen Eindrücke vieler Rums auf und sorgen gleichzeitig für Frische.
Ein klassisches Beispiel ist Ceviche: Die Säure der Limette, die Frische der Zutaten und die Leichtigkeit des Gerichts lassen viel Raum für einen entsprechenden Rum.
Rhum Agricole – wenn Rum plötzlich ganz anders schmeckt
Wer bisher hauptsächlich klassischen Melasse-Rum probiert hat, sollte unbedingt einmal einen Rhum Agricole kennenlernen.
Der entscheidende Unterschied liegt bereits in der Herstellung: Rhum Agricole wird traditionell aus frischem Zuckerrohrsaft und nicht aus Melasse hergestellt. Dadurch können deutlich andere Aromen entstehen. Statt ausschließlich Vanille, Karamell und Trockenfrüchten können beispielsweise grüne, grasige, pflanzliche, würzige oder mineralische Noten im Vordergrund stehen. Und genau das macht Rhum Agricole beim Pairing so interessant.
Dazu passen beispielsweise:
- Ziegenkäse
- gegrilltes Gemüse
- Kräutersalate
- Fisch und Meeresfrüchte
- tropische Früchte
- würzige Gerichte
- frische Kräuter



Hier darf das Pairing ruhig etwas mutiger werden. Ein grasiger Agricole kann beispielsweise wunderbar mit frischen Kräutern oder gegrilltem Gemüse funktionieren.
Das ist ein schönes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, beim Pairing nicht einfach nur in Kategorien wie „Rum“ zu denken.
Würziger Rum – Schokolade, Gewürze & BBQ
Würzige oder kräftig aromatische Rums bringen häufig Noten von Zimt, Muskat, Nelken, Pfeffer, Vanille oder karamellisierten Früchten mit. Damit sind sie hervorragende Begleiter zu Gerichten, die ebenfalls kräftige Gewürz- oder Röstaromen besitzen.
Besonders spannend:
- BBQ
- gegrilltes Fleisch
- karamellisierte Früchte
- würzige Desserts
- Zimtgebäck
- dunkle Schokolade
- geröstete Nüsse
Gerade BBQ und Rum können eine tolle Kombination sein. Die rauchigen und karamellisierten Röstaromen des Grillguts greifen die Fass- und Gewürznoten eines kräftigen Rums auf.
Rum & tropische Früchte – mehr als nur ein Urlaubsklischee
Ananas, Mango, Banane, Kokos und Limette sind natürlich die offensichtlichen Partner für Rum. Und manchmal sind die offensichtlichen Kombinationen eben auch einfach richtig.
Spannend wird es, wenn man genauer hinschaut.
Ein Rum mit Banane und Vanille kann beispielsweise hervorragend zu karamellisierter Banane passen.
Ein fruchtiger Rum mit Ananassorten kann mit gegrillter oder gebackener Ananas eine Aromabrücke bilden.
Und ein Rum mit Zitrusnoten kann mit Limette oder Orange für einen besonders frischen Kontrast sorgen.
Dabei muss die Frucht übrigens nicht unbedingt roh serviert werden. Durch Grillen, Karamellisieren oder Backen entstehen zusätzliche Röstaromen, die hervorragend zu gereiften und fassbetonten Rums passen.
Rum & Käse – überraschend gut
Käse wird häufig automatisch mit Wein verbunden. Aber auch Rum kann hier richtig interessant werden. Besonders gereifte, würzige Rums harmonieren mit kräftigen Käsesorten, weil Fett, Salz und Umami einen schönen Gegenpol zu den süßlichen und würzigen Rumnoten bilden.
Zum Ausprobieren:
- gereifter Cheddar + gereifter Rum
- Blauschimmelkäse + süßlich-fruchtiger Rum
- Ziegenkäse + Rhum Agricole
- Manchego + fassgereifter Rum
Gerade der Kontrast zwischen salzigem Käse und süßlich-würzigem Rum kann überraschend gut funktionieren.
Und was ist mit Rum-Cocktails?
Auch bei Cocktails sollte man wieder einen Schritt weiterdenken.
Ein Daiquiri ist beispielsweise etwas völlig anderes als ein Mai Tai – obwohl beide auf Rum basieren.
Daiquiri
Limette + Zucker + Rum
-> Ceviche, Garnelen, frische Früchte
Mojito
Limette + Minze + Zucker + Rum
-> leichte Sommerküche, Wassermelone, Garnelen, Salate
Mai Tai
Rum + Zitrus + Mandel + Süße
-> asiatisch inspirierte Gerichte, gegrillte Garnelen, tropische Desserts
Dark ’n‘ Stormy
Rum + Ginger Beer + Limette
-> würzige Speisen, BBQ, Ingwergerichte
Hier zeigt sich wieder ein wichtiger Grundsatz unseres Pairings: Nicht nur die Spirituose, sondern der gesamte Drink entscheidet über die Kombination.
Die wichtigste Rum-Pairing-Regel
Bei Rum darf man ruhig etwa experimentierfreudiger sein.
Leichter Rum -> frische und leichte Aromen
Gereifter Rum -> dunkle, karamellisierte und würzige Aromen
Rhum Agricole -> Kräuter, Gemüse, Fisch und frische Aromen
Würziger Rum -> BBQ, Gewürze, Schokolade und Röstaromen
Das sind keine festen Regeln, sondern eher ein Ausgangspunkt. Denn gerade bei Rum kann es unglaublich viel Spaß machen, bewusst einmal etwas Unerwartetes zu probieren. Vielleicht ist der Agricole nicht nur etwas für den Aperitif, sondern plötzlich der perfekte Begleiter zu Ziegenkäse. Vielleicht funktioniert der gereifte Rum nicht nur mit Schokolade, sondern überraschend gut zu einem kräftigen Käse.
Und genau deshalb lohnt es sich, Rum nicht nur als Bestandteil eines Cocktails zu sehen, sondern als eigenständigen Genussbegleiter.
Cocktail Pairings – welcher Drink passt zu welchem Essen?
Bei Cocktails wird das Thema Pairing noch einmal besonders spannend. Denn während wir bei Whisky oder Rum häufig mit einem einzelnen Spirituosenprofil arbeiten, besteht ein Cocktail aus mehreren Komponenten.
Ein Negroni bringt beispielsweise Bitterkeit, Süße, Kräuter und Zitrusnoten mit. Ein Daiquiri kombiniert Rum mit Limette und Zucker. Und ein Espresso Martini verbindet Kaffee, Süße und die kräftige Wärme des Alkohols.
Deshalb würde ich beim Cocktail-Pairing nicht fragen: „Was passt zu Rum?“, sondern: „Welche Aromen bringt dieser konkrete Cocktail mit und was kann sie ergänzen oder ausbalancieren?“ Genau hier beginnt das eigentliche Spiel.
Negroni – bitter trifft salzig

Der Negroni ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie gut Kontraste funktionieren können. Gin, roter Bitterlikör und Wermut bringen Wacholder, Kräuter, Zitrus, Süße und eine deutliche Bitterkeit ins Glas.
Dazu passen besonders gut:
- Oliven
- Parmaschinken
- Salami
- gereifter Käse
- geröstete Nüsse
- dunkle Schokolade
- Antipasti
Warum funktioniert das?
Salzige und fettreiche Snacks können die Bitterkeit des Negroni wunderbar auffangen. Gleichzeitig greifen Kräuter, Gewürze und Röstaromen die aromatische Tiefe des Drinks auf.
Mein Tipp: Eine kleine Antipasti-Platte mit Oliven, luftgetrocknetem Schinken und gereiftem Käse ist ein hervorragender Begleiter zu einem klassischen Negroni.
Old Fashioned – wenn Röstaromen aufeinander treffen

Der Old Fashioned ist mit seiner Kombination aus Whiskey, Zucker und Bitters ein eher kräftiger Cocktail. Dazu kommt häufig eine Orangenzeste, die dem Drink eine frische Zitrusnote verleiht. Hier darf auch das Essen etwas mehr Charakter haben.
Passt besonders gut zu:
- Steak
- BBQ
- Burger
- gerösteten Nüssen
- gereiftem Käse
- dunkler Schokolade
- Pekannuss-Desserts
Besonders schön ist die Verbindung zu gegrilltem oder geröstetem Fleisch. Die Röstaromen des Essens greifen die Fass-, Holz- und Gewürznoten des Whiskeys auf. Und wenn es etwas Süßes sein darf, funktionieren Schokolade oder karamellisierte Nüsse hervorragend.
Der Old Fashioned zeigt damit sehr schön: Kräftige Cocktails brauchen nicht zwingend schwere Gerichte, aber sie vertragen durchaus kräftige Aromen.
Margarita – Limette, Agave und Salz

Bei der Margarita ist das Pairing fast schon im Drink eingebaut. Tequila, Limettensaft und Orangenlikör treffen auf einen Salzrand und genau diese Kombination aus Säure, Süße, Alkohol und Salz macht die Margarita zu einem hervorragenden Begleiter für mexikanisch inspirierte Küche.
Dazu passen:
- Tacos
- Guacamole
- Nachos
- Ceviche
- gegrillte Garnelen
- Fajitas
- würzige Salsas
Auch hier funktioniert das Prinzip des Kontrasts. Die frische Säure der Limette kann mit würzigen und reichhaltigen Speisen einen schönen Gegenpol bilden.
Und ein kleine Tipp für alle, die gerne experimentieren: Eine Margarita muss nicht immer nur mit salzigen Snacks kombiniert werden. Auch frische Früchte wie Mango oder Wassermelone können hervorragend funktionieren.
Daiquiri – klein, frisch und erstaunlich vielseitig

Der klassische Daiquiri besteht im Grunde aus nur drei Komponenten: Rum, Limettensaft und Zucker. Gerade diese Einfachheit macht ihn beim Pairing so interessant. Die Säure bringt Frische, der Zucker sorgt für Balance und der Rum liefert die aromatische Basis.
Dazu passen:
- Ceviche
- Garnelen
- Sushi
- frische Früchte
- Wassermelone
- leichte Salate
- Ziegenkäse
Besonders zu Fisch und Meeresfrüchten kann die Kombination wunderbar funktionieren. Die Säure des Drinks sorgt für Frische, während der Rum eine leichte süßliche und tropische Komponente beisteuert.
Mojito – Frische auf dem Teller

Minze, Limette, Zucker, Soda und Rum machen den Mojito zu einem ausgesprochen frischen Cocktail. Dazu passen entsprechend leichte und frische Speisen:
- Garnelen
- Ceviche
- sommerliche Salate
- Wassermelone
- Gurke
- frische Kräuter
- leichte Fischgerichte
Auch hier sollte das Essen den Drink nicht erschlagen. Ein schweres, sehr würziges Gericht kann die feinen Minz- und Limettennoten schnell überdecken. Der Mojito ist deshalb für mich ein klassischer Sommer-Pairing-Drink: frisch, unkompliziert und perfekt für leichte Küche.
Espresso Martini – der Dessertbegleiter

Beim Espresso Martini wird es richtig gemütlich. Kaffee, Süße und Wodka beziehungsweise eine entsprechende Spirituosenbasis ergeben einen kräftigen, aromatischen Cocktail, der geradezu nach Dessert ruft.
Meine Favoriten dazu:
- Tiramisu
- Brownies
- dunkle Schokolade
- Schokoladenkuchen
- Haselnussdesserts
- Vanilleeis
- Karamelldesserts
Hier darf man ruhig mit ähnlichen Aromen arbeiten. Kaffee + Schokolade + Haselnuss funktioniert nicht ohne Grund so gut. Allerdings würde ich darauf achten, dass Dessert und Cocktail nicht beide extrem süß sind. Ein Desserts mit etwas Bitterkeit, etwas dunkler Schokolade, kann den Espresso Martini oft besser ergänzen als eine sehr zuckerreiche Nachspeise.
Gin Sour – Säure trifft Botanicals

Ein klassischer Gin Sour verbindet Gin, Zitrus und Süße. Je nach Gin kommen zusätzlich Wacholder, Kräuter, Gewürze oder florale Noten hinzu.
Der eröffnet viele Möglichkeiten.
Dazu passen:
- Ziegenkäse
- Garnelen
- Sushi
- leichte Salate
- mediterrane Antipasti
- Beeren
- Zitronen- oder Orangen-Desserts
Hier lohnt sich besonders der Blick auf den verwendeten Gin. Ein floral-aromatischer Gin kann beispielsweise wunderbar mit Beeren oder einem leichten Dessert funktionieren. Ein kräuteriger Gin passt dagegen möglicherweise besser zu mediterranen Speisen.
Mai Tai – tropische darf es werden

Beim Mai Tai treffen Rum, Limette, Orange und Mandelaromen aufeinander. Damit ist die Richtung eigentlich schon vorgegeben: fruchtig, tropisch, nussig und leicht säuerlich.
Dazu passen:
- gegrillte Garnelen
- Saté-Spieße
- asiatisch inspirierte Gerichte
- Mango
- Ananas
- Kokosdesserts
- gebackene Banane
- tropische Obstsalate
Besonders spannend sind Gerichte mit einer leichten Schärfe. Die Frucht und Süße des Drinks können einen schönen Kontrast zu Chili und Gewürzen bilden.
Süß, sauer, bitter oder würzig? So findest du dein Cocktail-Pairing
Wenn ihr nicht jedes Mal nach einer fertigen Kombination suchen möchtet, könnt ihr euch an einer einfachen Frage orientieren:
Was ist der dominante Charakter des Cocktails?
Süße Cocktails
-> eher mit salzigen, säuerlichen oder leicht bitteren Speise kombinieren.
Säurebetonte Cocktails
-> hervorragend zu fettreichen oder cremigen Speisen.
Bittere Cocktails
->funktionieren oft mit salzigen, würzigen und fettreichen Snacks.
Fruchtige Cocktails
-> harmonieren mit frischen Früchten, leichten Speisen und Desserts.
Würzige Cocktails
-> dürfen mit kräftigen Speisen, BBQ oder Schokolade kombiniert werden.
Dabei gilt natürlich: Das sind keine starren Regeln. Ein gutes Pairing lebt davon, dass man ausprobiert.
Ein Cocktail kann das Essen komplett verändern
Genau das macht Cocktail-Pairings für mich so faszinierend. Probiert einmal ein kleines Stück dunkle Schokolade und achtet auf den Geschmack. Danach nehmt ihr einen Schluck Espresso Martini und probiert die Schokolade noch einmal. Oder ihr esst eine Olive, trinkt einen Schluck Negroni und probiert anschließend die Olive erneut. Plötzlich können Aromen intensiver wirken, sich verändern oder sogar ganz neue Noten zeigen.
Der Cocktail ist dabei nicht einfach nur ein Getränk zum Essen. Er wird selbst zu einem Teil des Geschmackserlebnisses.
Und genau deshalb muss man beim Pairing nicht immer nach der vermeintlich perfekten Kombination suchen. Viel spannender ist es, herauszufinden, welche Kombination euch persönlich überrascht. Denn am Ende gilt auch beim Cocktail-Pairing: Die beste Kombination ist nicht unbedingt die, die in irgendeiner Liste ganz oben steht, sondern die, bei der ihr nach dem ersten Bissen und dem ersten Schluck denkt: „Wow, das funktioniert richtig gut!“
Der vielleicht wichtigste Tipp: Erst das Essen, dann der Drink
Bei all den verschiedenen Aromen, Stilrichtungen und Pairing-Regeln kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb gibt es einen Tipp: der meiner Meinung nach vieles einfacher macht: Beginnt beim Pairing nicht mit der Spirituose, beginnt mit dem Essen.
Natürlich kann man sich fragen: „Was passt zu meinem Lieblingswhisky?“ Aber wenn ihr ein bestimmtes Gericht auf dem Tisch habt, ist die umgekehrte Herangehensweise oft viel erfolgreicher.
Denn das Essen gibt bereits eine Richtung vor. Es bringt Süße, Säure, Salz, Fett, Schärfe, Umami und ganz unterschiedliche Aromen mit. Jetzt geht es nur noch darum, einen Drink oder eine Spirituose zu finden, die diese Eigenschaften ergänzt, ausgleicht oder bewusst einen Kontrast setzt.
Schritt 1: Was steht auf dem Teller?
Schaut euch das Gericht zunächst ganz bewusst an.
Ist es eher…
- leicht oder kräftig?
- süß oder herzhaft?
- sauer oder mild?
- fettig oder frisch?
- würzig oder eher zurückhaltend?
Und welche Aromen dominieren? Geht es um Kräuter? Röstaromen? Zitrus? Rauch? Früchte? Gewürze? Cremigkeit? Allein diese Fragen geben bereits erstaunlich viele Hinweise darauf, welcher Drink funktionieren könnte.
Schritt 2: Die Intensität muss zusammenpassen
Ein häufiger Fehler beim Pairing ist, nur auf einzelne Aromen zu achten und dabei die Intensität zu vergessen.
Stellt euch einen sehr feinen, floralen Gin neben ein stark gewürztes Curry vor. Der Gin mag für sich hervorragend schmecken. Neben dem Essen wird er aber wahrscheinlich kaum noch wahrgenommen.
Umgekehrt kann ein kräftiger, torfiger Whisky ein leichtes Fischgericht völlig überdecken.
Deshalb gilt: Leichtes Essen braucht nicht zwingend einen leichten Drink. Aber der Drink sollte das Essen nicht erschlagen. Und genauso darf ein kräftiges Gericht einen charakterstarken Partner bekommen.
Schritt 3: Ähnlichkeiten suchen
Jetzt könnt ihr nach gemeinsamen Aromen suchen.
Ein paar Beispiele:
Apfel im Gericht
-> fruchtiger Whisky mit Apfel- oder Birnennoten
Vanille im Dessert
-> gereifter Rum oder Bourbon mit Vanille- und Karamellnoten
Zitrone und Kräuter
-> frischer, zitrusbetonter Gin
Röstaromen vom Grill
-> Bourbon, Rye Whiskey oder gereifter Rum
Das Prinzip dahinter ist einfach: Gemeinsame Aromen schaffen eine Brücke zwischen Essen und Getränk.
Schritt 4: Oder bewusst einen Kontrast setzen
Mindestens genauso spannend ist aber die Gegenrichtung. Ein fettiges Gericht kann von Säure profitieren. Ein süßes Dessert kann durch Bitterkeit interessanter werden. Ein salziger Snack kann eine süßlichen Spirit hervorheben. Ein sehr würziges Gericht kann durch fruchtige und erfrischende Komponenten ausbalanciert werden.
Ein schönes Beispiel ist die Margarita: Limette bringt Säure, Agave sorgt für Süße und Salz setzt einen Kontrast. Dazu ein würziges mexikanisches Gericht und plötzlich ergibt das gesamte Ergebnis viel mehr Sinn.
Schritt 5: Auch die Zubereitung zählt
Ein weiterer Punkt, den man beim Pairing gerne übersieht: Nicht nur die Zutat entscheidet, sondern auch die Zubereitung. Ein Apfel ist nicht gleich Apfel. Ein frischer Apfel bringt Säure und Fruchtigkeit mit. Ein karamellisierter Apfel entwickelt dagegen süße und geröstete Aromen.
Das Gleiche gilt für Fleisch, Gemüse oder Obst. Ein frisch gegrilltes Stück Ananas entwickelt beispielsweise Röstaromen und karamellisierte Noten, die ganz anders mit einem gereiften Rum harmonieren können als eine frische Ananas.
Deshalb lohnt es sich, beim Pairing nicht nur zu fragen:
„Was esse ich?“
Sondern:
„Wie wurde es zubereitet?“
Ein einfaches Beispiel
Nehmen wir einmal ein Steak. Das Fleisch bringt Röstaromen, Umami und je nach Zubereitung eine gewisse Würze und Fettigkeit mit.
Jetzt könnte man einfach sagen: „Dazu passt Whisky.“
Aber welcher? Ein sehr leichter, floraler Single Malt wäre wahrscheinlich nicht die erste Wahl. Ein kräftiger Bourbon mit Vanille-, Karamell- und Eichennoten oder ein würziger Rye Whiskey kann dagegen hervorragend funktionieren.
Warum?
Weil die Röstaromen des Fleisches und die kräftigen Fass- und Gewürznoten des Whiskys miteinander harmonieren.
Oder wir gehen bewusst in eine andere Richtung und wählen einen Cocktail mit etwas Säure. Dann entsteht ein Kontrast, der die Fettigkeit des Steaks auffängt.
Ein Gericht, mehrere mögliche Pairings. Und genau das ist der Punkt: Es gibt selten nur eine richtige Lösung. Wichtig ist, wählt das, was euch schmeckt!

Die „Teller-zuerst“-Methode
Wer sich beim Pairing nicht sicher ist, kann sich diese kleine Reihenfolge merken:
1. Was esse ich?
Welche Geschmacksrichtungen und Aromen dominieren?
2. Wie intensiv ist das Gericht?
Fein, mittelkräftig oder sehr kräftig?
3. Welche Aromen könnte ich aufgreifen?
Zum Beispiel Vanille, Zitrus, Rauch, Kräuter oder Früchte.
4. Möchte ich ergänzen oder kontrastieren?
Ähnliche Aromen oder bewusst einen Gegenpol?
5. Welche Spirituose oder welcher Cocktail bringt genau diese Eigenschaften mit?
Damit wird aus „Was passt eigentlich dazu?“ plötzlich ein kleines Geschmacksexperiment.
Und genau das ist für mich das Schönste am Pairing. Man muss nicht immer die perfekte Kombination kennen. Man kann sie selbst entdecken.
Denn manchmal entsteht das beste Pairing nicht am Schreibtisch und auch nicht in einer Liste, sondern ganz einfach am Küchentisch. Mit einem Glas in der Hand und der Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren.
Mein kleiner Wissenskasten: „So findest du dein eigenes Pairing?“
1. Was schmecke ich?
Süß, sauer, bitter, salzig, umami?
2. Wie intensiv ist das Gericht?
Leichtes Sushi braucht einen anderen Partner als ein kräftiges Steak.
3. Welche Aromen sind vorhanden?
Zitrus, Kräuter, Rauch, Gewürze, Früchte?
4. Will ich verstärken oder kontrastieren?
Ähnliche Aromen oder bewusst einen Gegenpol?
5. Wie viel Alkohol verträgt das Pairing?
Ein 60-Vol.-% Cask-Strength-Whisky ist nicht unbedingt der beste Begleiter zu einem filigranen Dessert.
Damit könnt ihr ganz einfach selber etwas experimentieren.
Ein kleine „Pairing-Matrix“ im Überblick
Spirituose | Typische Aromen | Besonders gut zu |
|---|---|---|
| Rauchiger Whisky | Rauch, Torf, Holz | BBQ, Käse, Schokolade |
| Bourbon | Vanille, Karamell, Eiche | Burger, BBQ, Desserts |
| Sherry Whisky | Trockenfrüchte, Nüsse | Käse, Schokolade |
| Gereifter Rum | Vanille, Karamell, Früchte | Schokolade, Desserts |
| Agricole Rum | Gras, Kräuter, Zuckerrohr | Fisch, Gemüse, Ziegenkäse |
| Citrus Gin | Zitrus, Wacholder | Fisch, Sushi, Salate |
| Floral Gin | Blüten, Kräuter | Desserts, Beeren |
| Margarita | Limette, Agave, Salz | Mexikanische Küche |
| Negroni | Bitter, Kräuter, Orange | Käse, Schinken, Nüsse |
| Old Fashioned | Whisky, Orange, Bitters | Steak, BBQ, Schokolade |
Kommen wir zum Ende
Ich könnte noch seitenlang weiter zu diesem Thema schreiben, es ist so umfangreich und hat so viele Möglichkeiten. Ich möchte euch jetzt auch nicht einfach „Viel Spaß beim Ausprobieren“ wünschen. Ich hoffe, ich konnte euch dazu animieren, mal einen eigenen Pairing-Abend zu veranstalten.
Mein Tipp: Stell dir deine eigene kleine Pairing-Probe zusammen. Drei Spirituosen, drei Snacks und ein paar Gläser. Mehr braucht es nicht. Probiere zuerst die Spirituose pur, anschließend mit dem jeweiligen Food und achte darauf, was sich verändert. Manchmal ist es erstaunlich, wie sehr ein kleines Stück Schokolade, eine Olive oder ein Stück Käse den Charakter eines Drinks verändern kann.
Du möchtest auf Entdeckungsreise gehen? Bei dasgibtesnureinmal.de, findest du im Sortiment eine große Auswahl an Whisky, Rum, Gin und weiteren Spirituosen, mit denen du deine ganz persönlichen Pairings ausprobieren kannst. Denn wir haben das Zeug dazu!
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Also: Glas einschenken, Häppchen dazu, neugierig bleiben und einfach ausprobieren. Denn beim Pairing gibt es viel zu entdecken. Und zur Not findet man dabei eben heraus, was definitiv nicht zusammenpasst.
In diesem Sinne: Prost, guten Appetit und viel Spaß beim Genießen!
Eure Janet

