Kalorien in Cocktails

Kalorien im Glas – warum Drinks nicht so harmlos sind, wie sie aussehen

Ein Cocktail sieht meistens ziemlich unschuldig und lecker aus. Ein schönes Glas, ein bisschen Eis, vielleicht eine Limettenscheibe, frische Minze oder eine Orangenzeste und fertig ist das kleine Kunstwerk. Und wenn man ehrlich ist, denkt man bei einem schön angerichteten Glas an vieles. An Sommer. An Urlaub. An den Feierabend. Aber eher selten an Kalorien in Cocktails. Dabei steckt in einem Glas deutlich mehr Energie, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Denn Alkohol liefert selbst schon ordentlich Kalorien. Dazu kommen je nach Drink Zucker, Säfte, Liköre, Sirups, Tonic Water, Limonaden oder andere Mixer. Und genau hier wird es spannend. Nicht jeder Drink mit wenig Alkohol ist automatisch kalorienarm und ein kleines Glas bedeutet noch lange nicht wenige Kalorien.

Nehmen wir einen klassischen Cocktail. Die Spirituose bringt den Alkohol mit, der Likör sorgt für zusätzliche Süße, der Fruchtsaft liefert Zucker und der Sirup legt vielleicht noch eine kleine Extraportion obendrauf. Alles zusammen ergibt einen ziemlich leckeren Drink. Und eben auch einen Drink, dessen Kalorien sich deutlich von denen einer reinen Spirituose unterscheiden können.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jetzt beim nächsten Cocktail mit Taschenrechner und Küchenwaage an der Bar sitzen müssen. Ein Cocktail ist schließlich kein Salat, das ist uns allen klar. Und das wäre ja auch ziemlich langweilig.

Aber ein bisschen Wissen darüber, woher die Kalorien in Cocktails eigentlich kommen, kann durchaus interessant sein. Denn wer die Zutaten kennt, versteht auch, warum zwei äußerlich ähnlich große Drinks kalorientechnisch erstaunlich weit auseinanderliegen können.

Und genau deshalb schauen wir uns einmal genauer an, was eigentlich alles so im Cocktailglas steckt und welcher Bestandteil dabei besonders gerne für ein paar zusätzliche Kalorien sorgt.

Woher kommen die Kalorien in Cocktails?

Verschiedene Sirups und Mixgetränke.

Bevor wir anfangen, einzelne Cocktails auf ihren Kaloriengehalt zu untersuchen, lohnt sich ein Blick auf die eigentlichen Übeltäter. Denn ein Drink besteht schließlich nicht nur aus Alkohol und gutem Willen.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Alkohol selbst liefert bereits Energie. Ein Gramm Alkohol enthält rund 7 Kilokalorien. Zum Vergleich: Kohlenhydrate und Eiweiß kommen auf etwa 4 Kilokalorien pro Gramm, Fett sogar auf rund 9 Kilokalorien. Das bedeutet, auch eine Spirituose ohne Zucker ist nicht kalorienfrei. Der größte Teil der Kalorien stammt hier aus dem enthaltenen Alkohol. Und genau deshalb kann ein kleiner Drink mit einer relativ hochprozentigen Spirituose bereits einiges an Energie enthalten, selbst wenn im Glas sonst kaum etwas steckt.

Dann kommt der zweite große Faktor: Zucker. Und der versteckt sich in Cocktails an erstaunlich vielen Stellen. Fruchtsäfte, Sirups, Liköre, Limonaden und andere süße Zutaten können den Kaloriengehalt eines Drinks deutlich erhöhen. Ein Schuss Zuckersirup wirkt im Rezept zunächst nach wenig. Dazu vielleicht etwas Orangensaft, ein Likör und ein süßer Mixer und schon summieren sich mehrere kleine Zutaten zu einer durchaus beachtlichen Menge. Wir haben hier bereits einen separaten Beitrag zum Thema Zuckergehalt in Cocktails gemacht.

Säfte & Limonaden, fruchtig bedeutet nicht automatisch leicht. „Da ist doch nur Fruchtsaft drin“ klingt erst einmal ziemlich harmlos. Allerdings enthält Fruchtsaft von Natur aus Zucker und kann dadurch ebenfalls einiges zum Kaloriengehalt beitragen. Ähnliches gilt für Cola, Limonaden oder andere Softdrinks. Sie machen einen Cocktail länger, fruchtiger oder spritziger. Bringen aber je nach Produkt auch zusätzliche Kalorien mit. Deshalb kann ein Longdrink mit Spirituose und süßer Limonade kalorientechnisch ganz anders aussehen als derselbe Drink, der mit Soda oder einem zuckerreduzierten Mixer verlängert wird.

Liköre! Klein, aber nicht unbedeutend. Liköre sind ein besonders interessanter Fall. Sie werden häufig nur in kleinen Mengen eingesetzt und fallen deshalb mengenmäßig kaum auf. Doch viele Liköre enthalten neben Alkohol auch Zucker. Ob Orangenlikör in der Margarita, Kaffeelikör im Espresso Martini oder ein Fruchtlikör im nächsten Cocktail. Die kleine Menge kann einen durchaus relevanten Beitrag zum Kaloriengehalt leisten.

Und dann wäre da noch die Sahne. Bei cremigen Cocktails wird es schließlich richtig gemütlich, zumindest geschmacklich. Sahne, Kokoscreme oder andere cremige Zutaten können aus einem normalen Drink schnell einen ziemlich gehaltvollen Cocktail machen. Die Piña Colada ist dafür wohl eines des bekanntesten Beispiele.

Hier treffen Alkohol, Zucker und fettreiche Zutaten aufeinander. Das Ergebnis schmeckt wunderbar, ist kalorientechnisch aber eine ganz andere Liga als ein simpler Spirit & Soda.

Wie viele Kalorien tatsächlich in einem Drink stecken, hängt also von mehreren Faktoren ab:

Alkohol + Zucker + Mixer + weitere Zutaten + Portionsgröße = Kalorien im Glas

Und genau deshalb kann man nicht einfach sagen: „Dieser Drink hat wenig Alkohol, also hat er auch wenig Kalorien.“ Manchmal ist es sogar genau umgekehrt. Ein kleiner, süßer Cocktail kann kalorientechnisch deutlich mehr zu Buche schlagen als ein größerer, trockener Drink.

Aber keine Sorge, ich möchte hier niemanden den Cocktailabend verderben. Im Gegenteil. Je besser man versteht, woher die Kalorien in Cocktails kommen, desto leichter lässt sich auch einschätzen, was tatsächlich im eigenen Glas landet.

Der große Kalorien-Check: Wie viele Kalorien stecken wirklich in beliebten Drinks?

Jetzt wird es konkret. Denn vermutlich ist genau das die Frage, die sich die meisten beim Thema „Kalorien in Cocktails“ stellen: Wie viel steckt eigentlich in meinem Lieblingscocktail?

Wie viel ein Drink tatsächlich auf die Kalorienwaage bringt, hängt unter anderem von der verwendeten Spirituose, der Menge, dem Mixer, dem Zuckergehalt und natürlich vom Rezept ab. Ein Gin & Tonic ist schließlich nicht gleich Gin & Tonic. Denn allein beim Tonic Water können sich die Werte deutlich unterscheiden.

Die folgenden Angaben sind deshalb ungefähre Richtwerte für typische Portionen und keine millimetergenaue Kalorienabrechnung.

DrinkTypische Portionca. Kalorien
Gin & Tonic250 mlca. 150-200 kcal
Mojito250 mlca. 180-250 kcal
Moscow Mule250 mlca. 180-250 kcal
Aperol Spritz250 mlca. 150-200 kcal
Margarita200 mlca. 200-300 kcal
Daiquiri100-120 mlca. 170-220 kcal
Whiskey Sour150 mlca. 180-250 kcal
Old Fashionedca. 120 mlca. 160-200 kcal
Negronica. 90 mlca. 180-220 kcal
Espresso Martini120-150 mlca. 180-250 kcal
Mai Tai200 mlca. 250-350 kcal
Piña Colada250 mlca. 300-450 kcal
Long Island Iced Tea250 mlca. 250-350 kcal
Sex on the Beach200-250 mlca. 200-300 kcal
Caipirinha250 mlca. 200-280 kcal
Tequila Sunrise250 mlca. 180-250 kcal
Dark ’n‘ Stormy200-250 mlca. 180-250 kcal
Cuba Libre250 mlca. 150-220 kcal
Moscow Mule alkoholfrei250 mlca. 80-150 kcal
Verschiedene Cocktails.

Bitte vergesst nicht: ein Cocktail ist kein DIN-Produkt. Der eine Barkeeper schenkt großzügig ein, der andere sehr großzügig. Und plötzlich hat dein „kleiner Drink“ mehr Zutaten als dein Abendessen.

Der große Cocktail muss nicht automatisch der schlimmste sein. Bei Kalorien in Cocktails denkt man schnell: Je größer das Glas, desto mehr Kalorien. Ganz so einfach ist es nicht. Ein großer Drink, der hauptsächlich aus Eis, Soda und einer moderaten Menge Spirituose besteht, kann durchaus weniger Kalorien enthalten als ein kleiner, sehr süßer Cocktail.

Gerade bei Cocktails mit viel Eis und Soda besteht ein großer Teil des Glases schlicht aus Wasser. Und das hat bekanntlich ziemlich genau null Kalorien.

Der Negroni ist ein schönes Beispiel dafür, dass man sich von der Größe eines Drinks nicht täuschen lassen sollte. Das Glas ist überschaubar, der Drink wirkt elegant und konzentriert und genau das ist er auch. Gin, Bitterlikör und roter Wermut bringen allesamt Alkohol mit. Dadurch kann ein kleiner Negroni kalorientechnisch durchaus mit größeren Longdrinks mithalten.

Der Gin & Tonic ist ebenfalls interessant, denn hier spielt der Mixer eine entscheidende Rolle.

Der Gin bringt die Kalorien des Alkohols mit. Das Tonic Water kann je nach Sorte zusätzlich Zucker und damit weitere Kalorien liefern. Wer beispielsweise einen trockeneren Gin mit einem zuckerreduzierten Tonic kombiniert, kann den Kaloriengehalt des Drinks deutlich beeinflussen ohne auf Gin & Tonic verzichten zu müssen.

Bei einigen Cocktails dürfte das Ergebnis dagegen weniger überraschen. Piña Colada, Mai Tai oder Long Island Iced Tea können aufgrund ihrer Kombination aus Alkohol, Säften, Likören, Sirups und teilweise cremigen Zutaten schnell deutlich mehr Kalorien enthalten.

Und was ist mit Spirituosen pur? Auch das ist interessant: Ein Glas Whisky, Rum, Gin oder Vodka pur enthält natürlich ebenfalls Kalorien. Schließlich kommt der Alkohol nicht ohne Energie daher.

Bei einer typischen Menge von 4 cl einer Spirituose mit 40 % vol. liegt man grob bei rund 90 kcal allein aus dem Alkohol. Kommt Zucker hinzu, steigt der Wert entsprechend.

Das bedeutet aber auch: Ein Drink mit einer Spirituose, Soda und etwas Zitrus kann kalorientechnisch deutlich anders aussehen als ein Cocktail, bei dem zusätzlich Likör, Sirup und Saft ins Glas kommen.

Meine Tabelle ist also nur eine Orientierung und keine exakte Wissenschaft. Denn schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen:

  • 4 cl oder 6 cl Spirituose?
  • normales oder zuckerreduziertes Tonic?
  • 1 cl oder 3 cl Zuckersirup?
  • frisch gepresster Saft oder fertige Limonade?
  • ein Schuss Likör mehr?
  • 200 oder 300 ml Gesamtmenge?

Und natürlich spielt auch die Größe der Portion eine Rolle. Deshalb sollte man Kalorienangaben bei Cocktails immer als Richtwerte betrachten.

Was aber deutlich wird: Nicht der Alkohol allein entscheidet darüber, wie viele Kalorien in Cocktails stecken. Oft sind es gerade die zusätzlichen Zutaten, die aus einem relativ einfachen Drink eine echte Kalorienbombe machen. Und genau diese kleine Zutaten schauen wir uns als Nächstes genauer an.

Die kleinen Zutaten mit großer Wirkung: Zucker, Sirup, Likör & Mixer

Bei der Frage nach den Kalorien in Cocktails schauen viele zuerst auf die Spirituose. Wie viel Gin ist drin? Wie viel Rum? Wie viel Tequila? Dabei sitzen die kleine Kalorienlieferanten oft ganz woanders. Denn ein Cocktail besteht ja nicht nur aus Alkohol. Und genau die Zutaten, die mengenmäßig eher unscheinbar wirken, können den Kaloriengehalt ordentlich nach oben treiben.

Nehmen wir Zuckersirup. Davon landen meistens nur ein oder zwei Zentiliter im Cocktailglas. Klingt nach wenig. Doch Zuckersirup ist (wenig überraschend) ziemlich konzentriert. Je mehr davon im Drink landet, desto mehr Zucker und damit zusätzliche Kalorien kommen dazu.

Auch Liköre sollte man nicht unterschätzen. Orangenlikör in der Margarita, Kaffeelikör im Espresso Martini oder Fruchtlikör in einem fruchtigen Cocktail. Liköre bringen neben Alkohol häufig auch Zucker mit.

Der Trick dabei: Sie werden meist in relativ kleinen Mengen verwendet und fallen deshalb optisch kaum auf.

Fruchtsaft, ein gesundes Image, aber trotzdem Zucker. Fruchtsaft kann durchaus wertvolle Inhaltsstoffe liefern, enthält aber eben auch Zucker und damit Energie. Bei einem Cocktail können schnell 5, 10 oder sogar mehr Zentiliter Saft zusammenkommen. Besonders bei sehr fruchtigen Cocktails lohnt sich deshalb ein Blick auf die Zutatenliste.

Mixer, der oft vergessene Bestandteil. Noch spannender wird es bei Longdrinks. Beim Gin & Tonic beispielsweise denken die meisten zuerst an den Gin. Tatsächlich kann aber auch das Tonic Water einen relevanten Anteil zum Kaloriengehalt beitragen.

Dasselbe gilt für:

  • Cola
  • Ginger Beer
  • Ginger Ale
  • Limonaden
  • Bitter Lemon
  • Fruchtsäfte
  • Energy Drinks

Wer seinen Drink mit einem süßen Mixer verlängert, gibt ihm nicht nur mehr Volumen und Geschmack, sondern unter Umständen auch eine ordentliche Portion zusätzliche Kalorien.

Soda ist natürlich der ziemlich unspektakuläre Held. Kalorientechnisch ist das ziemlich langweilig und genau deshalb interessant. Wasser liefert praktisch keine Kalorien und kann trotzdem einen Drink verlängern, ohne zusätzlich Zucker ins Glas zu bringen.

Ein Spirit & Soda oder ein Highball mit Soda kann deshalb deutlich weniger Kalorien enthalten als ein vergleichbarer Drink mit einer zuckerhaltigen Limonade.

Schauen wir uns einmal drei klassische Cocktails an:

  • Margarita: Tequila + Orangenlikör + Limettensaft + eventuell Zuckersirup
  • Mojito: Rum + Limette + Zucker/Sirup + Minze + Soda
  • Gin & Tonic: Gin + Tonic Water

Alle drei können wunderbar schmecken. Aber die zusätzlichen Zutaten machen den Unterschied.

Und genau deshalb lohnt sich beim Thema Kalorien ein Blick auf das gesamte Rezept und nicht nur auf die Spirituose. Die Portionsgröße macht ebenfalls einen Unterschied, denn 4 cl Gin sind eben nicht dasselbe wie 6 cl Gin. Ein Cocktail mit 4 cl Spirituose und einen Cocktail mit 6 cl Spirituose können äußerlich fast identisch aussehen, besonders wenn ordentlich Eis im Glas steckt. Auch beim Sirup, Saft oder Likör summieren sich größere Mengen entsprechend. Am Ende entscheidet nicht eine einzelne Zutat über die Kalorienzahl, sondern die Kombination aus allem, was im Glas landet.

Wer also etwas genauer hinschauen möchte, muss nicht gleich auf Cocktails verzichten. Oft reicht schon ein Blick auf die Zutaten: Wie viel Alkohol? Wie viel Zucker? Welcher Mixer? Wie groß ist die Portion?

5 Kalorien-Mythen über Cocktails – was stimmt wirklich?

Rund um Kalorien in Cocktails gibt es erstaunlich viele Annahmen. Manche stimmen, andere nur halb und einige sind schlicht falsch. Lasst uns also mal schauen was korrekt ist.

Mythos 1: „Klare Spirituosen haben keine Kalorien“

❌ Falsch.

Gin, Vodka, weißer Rum oder Tequila Blanco mögen optisch ziemlich „sauber“ daherkommen. Kalorienfrei sind sie deshalb aber noch lange nicht.

Der Grund steckt im Alkohol selbst: Er liefert rund 7 kcal pro Gramm. Eine 40-prozentige Spirituose bringt deshalb auch ohne zugesetzten Zucker bereits Energie mit. Kurz gesagt: Klar bedeutet nicht kalorienfrei.

Mythos 2: „Alkoholfrei bedeutet automatisch kalorienarm“

❌ Ebenfalls falsch.

Wenn der Alkohol wegfällt, fällt zwar eine wichtige Kalorienquelle weg. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der gesamte Drink leicht ist. Denn auch alkoholfreie Cocktails können Zucker enthalten, zum Beispiel durch:

  • Fruchtsäfte
  • Sirups
  • Limonaden
  • Ginger Beer
  • Tonic Water
  • alkoholfreie Liköre oder Alternativen

Ein alkoholfreier Drink kann deshalb je nach Rezept durchaus ordentlich Kalorien enthalten. Alkoholfrei und kalorienarm sind zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften.

Mythos 3: „Fruchtig und frisch bedeutet leicht“

Klingt logisch, stimmt aber nicht unbedingt.

Ein Cocktail mit Ananas, Orange, Maracuja oder Pfirsich schmeckt wunderbar frisch und fruchtig. Doch Fruchtsaft enthält natürlichen Zucker und damit auch Kalorien. Das bedeutet natürlich nicht, dass Fruchtsaft plötzlich „schlecht“ ist. Es bedeutet lediglich: Wer wissen möchte, wie viele Kalorien in Cocktails stecken, sollte auch die Menge an Saft berücksichtigen.

Fruchtig ist eine Geschmacksrichtung, keine Kalorienangabe.

Mythos 4: „Ein kleines Cocktailglas bedeutet wenige Kalorien“

❌ Nein.

Das ist einer interessantesten Punkte und eine Frage die oft gestellt wird. Ein kleiner Negroni oder ein klassischer Shortdrink kann aufgrund seines Alkoholgehalts durchaus mehr Kalorien enthalten als ein größerer, mit Soda und Eis verlängerter Drink.

Umgekehrt kann ein riesiges Glas voller Eis und Soda erstaunlich wenig zusätzliche Energie liefern. Die Größe des Glases sagt also wenig aus. Entscheidend ist, was darin steckt.

Mythos 5: „Die Kalorien kommen hauptsächlich vom Zucker“

❌ Nicht unbedingt.

Natürlich kann Zucker einen erheblichen Beitrag leisten. Aber auch der Alkohol selbst liefert Energie, das haben wir jetzt bereits verstanden. Bei einem trockenen Drink mit Spirituose und Soda stammen die Kalorien deshalb überwiegend aus dem Alkohol.

Bei einem süßen Cocktail können dagegen Alkohol und Zucker ordentlich zum Gesamtwert beitragen. Und bei cremigen Cocktails kommen möglicherweise noch fettreiche Zutaten hinzu. Der Kaloriengehalt eines Cocktails ist deshalb immer eine Kombination verschiedener Faktoren.

Bonus-Mythos: „Wenn ich weniger Kalorien möchte, muss ich auf Cocktails verzichten“

Zum Glück nicht. Hier kommt die gute Nachricht: Wer etwas bewusster mit Kalorien umgehen möchte, muss nicht gleich zum Wasser greifen und den Cocktailabend absagen. Oft lässt sich bereits über die Zutaten einiges verändern. Weniger Sirup, ein anderer Mixer, etwas mehr Soda oder eine kleinere Portion können einen Unterschied machen.

Und manchmal ist die beste Lösung ganz einfach. Den Lieblingscocktail genießen und dafür bewusst genießen. Denn ein Cocktail ist ein Genussmittel. Er muss nicht gleichzeitig kalorienfrei, zuckerfrei und alkoholfrei sein, um einen schönen Abend zu begleiten. Manchmal darf ein Drink einfach lecker sein.

Die Kalorienbomben unter den Cocktails

Bei diesen Drinks lohnt sich definitiv ein Blick ins Glas. Kommen wir also zu den Cocktails, bei denen sich Alkohol, Zucker und andere Zutaten gerne zu einer kleinen Kalorien-Party zusammentun. Dabei geht es natürlich nicht darum, diese Drinks an den Pranger zu stellen. Schließlich wurden Cocktails nicht erfunden, damit wir beim Trinken Kalorien sparen. Aber wer wissen möchte, was eigentlich im Glas steckt, darf ruhig einmal genauer hinschauen.

Die Piña Colada ist wahrscheinlich das Paradebeispiel für eine gehaltvollen Cocktail.

Rum trifft auf Ananassaft und Kokoscreme beziehungsweise Kokosmilch. Je nach Rezept kommen zusätzlich noch Sirup oder andere süße Zutaten dazu. Damit haben wir gleich mehrere Kalorienquellen:

Alkohol + Fruchtsaft + Zucker + cremige Zutaten

Kein Wunder also, dass eine Piña Colada je nach Rezept schnell bei 300 bis 450 kcal oder sogar darüber landen kann. Aber seien wir ehrlich, wenn eine Piña Colada vor einem steht, denkt man vermutlich eher an Palmen als an Nährwerttabellen. Zumindest geht es mir so.

Mai Tai, klein, aber ziemlich kräftig. Der Mai Tai sieht häufig gar nicht nach einer riesigen Kalorienbombe aus. Trotzdem kann er es in sich haben. Je nach Rezept kommen mehrere Spirituosen beziehungsweise Rums, Orangenlikör, Limettensaft und weitere süße Zutaten zusammen. Dadurch können schnell 250 bis 350 kcal oder mehr zusammenkommen.

Beim Long Island Iced Tea ist schon der Name ein kleines Täuschungsmanöver.

„Iced Tea“ klingt schließlich eher nach Erfrischung als nach einem Cocktail mit ordentlich Alkohol. Tatsächlich enthält der Klassiker mehrere Spirituosen und wird zusätzlich mit Cola und Zitronenlimonade beziehungsweise einer ähnlichen Zutat kombiniert. Das Ergebnis kann je nach Rezept schnell 250 bis 350 kcal erreichen. Er sieht aus wie Eistee. Er verhält sich aber eher wie eine komplette Cocktailbar im Glas.

Der Espresso Martini ist ein schönes Beispiel dafür, wie leicht man sich von einem kleinen Glas täuschen lassen kann. Vodka, Kaffeelikör und Espresso bilden die klassische Basis. Besonders der Kaffeelikör bringt neben Alkohol auch noch Zucker mit. Je nach Rezept und verwendeten Produkten kann ein Espresso Martini deshalb ungefähr 180 bis 250 kcal enthalten. Das Interessante daran ist, der Drink ist vergleichsweise klein. Daher gilt auch hier, wenig Volumen bedeutet nicht automatisch wenig Kalorien.

Die Margarita hat ebenfalls einen interessanten Aufbau. Tequila bildet die alkoholische Basis. Dazu kommen Limettensaft und Orangenlikör. Je nach Rezept kann zusätzlich Zuckersirup verwendet werden. Damit kommen Alkohol und Zucker aus mehreren Quellen zusammen. Eine Margarita kann deshalb je nach Rezeptur ungefähr 200 bis 300 kcal enthalten.

Und auch hier zeigt sich: Der Tequila allein ist nicht das ganze Thema. Erst die Kombination der Zutaten macht aus der Spirituose den fertigen Cocktail.

Was haben diese Cocktails gemeinsam? Auf den ersten Blick sind Piña Colada, Mai Tai, Long Island Iced Tea, Espresso Martini und Margarita ziemlich unterschiedlich. Die Kalorien kommen jeweils aus unterschiedlichen Kombinationen:

  • Piña Colada: Alkohol + Saft + Zucker + cremige Zutaten
  • Mai Tai: Alkohol + Likör + süße Zutaten
  • Long Island Iced Tea: mehrere Spirituosen + süßer Mixer
  • Espresso Martini: Alkohol + Kaffeelikör
  • Margarita: Alkohol + Orangenlikör + ggf. Zucker

Es gibt also nicht die eine „Kalorienzutat“, die für jeden Cocktail verantwortlich ist. Die wichtigste Erkenntnis ist also, wenn ein Cocktail besonders viele Kalorien hat, liegt es meistens an einer Kombination aus Alkohol, Zucker und energiereichen Zutaten. Deshalb lohnt sich der Blick auf das komplette Rezept.

Und genau hier kommt die gute Nachricht. Man muss nicht automatisch auf seinen Lieblingsdrink verzichten, wenn man etwas bewusster genießen möchte. Denn es gibt auch durchaus Möglichkeiten, Cocktails etwas leichter zu gestalten ohne dass sie plötzlich nach „Diät“ schmecken.

Die Frage die sich sicherlich viele jetzt stellen: Wo kann man sinnvoll ansetzen? Schauen wir uns das mal an.

Cocktails etwas leichter machen, ohne dass der Genuss auf der Strecke bleibt

Wer also bei Drinks etwas bewusster auf Kalorien achten möchte, kann bereits mit kleinen Veränderungen einiges bewirken. Und das Schöne daran ist, man muss dafür nicht gleich seinen Lieblingscocktail von der Getränkekarte streichen.

1. Beim Mixer genauer hinschauen

Gerade bei Longdrinks ist der Mixer ein einfacher Ansatzpunkt. Tonic Water, Cola, Ginger Beer, Limonaden und Fruchtsäfte können je nach Produkt einiges an Zucker enthalten. Wer hier auf eine zuckerreduzierte Variante zurückgreift oder einen Teil des Mixers durch Soda ersetzt, kann den Kaloriengehalt des fertigen Drinks reduzieren.

Beim Gin & Tonic lässt sich das besonders gut ausprobieren:

Gin + klassisches Tonic vs. Gin + zuckerreduziertes Tonic

Der Drink bleibt ein Gin & Tonic, schmeckt aber je nach Tonic deutlich anders und kann weniger Kalorien enthalten.

2. Sirup bewusst dosieren

Sirup ist praktisch, denn er bringt schnell Süße und Geschmack ins Glas. Allerdings ist gerade bei Sirup die Dosierung entscheidend. Statt einen Cocktail sehr süß zu machen, kann man zunächst mit einer kleineren Menge starten und anschließend abschmecken. Denn manchmal braucht es gar nicht so viel Zucker, wie man denkt.

Weniger Sirup bedeutet nicht automatisch weniger Geschmack. Gerade Zitrusfrüchte, Kräuter, Gewürze oder Bitters können einem Drink zusätzliche Aromen geben, ohne dass man ihn immer süßer machen muss.

3. Soda

Soda ist vermutlich der unspektakulärste Cocktailbestandteil überhaupt. Und genau deshalb ist es so praktisch. Es verlängert einen Drink, bringt Frische und sorgt für mehr Volumen ohne nennenswert Kalorien beizusteuern. Ein klassischer Highball aus Spirituose, Soda und etwas Zitrus kann deshalb eine interessante Alternative zu einem stark gesüßten Longdrink sein.

4. Fruchtsaft

Fruchtsaft bringt Aroma und Süße in den Cocktail. Gleichzeitig enthält er Zucker. Wer den Saftanteil etwas reduziert, kann deshalb ebenfalls Kalorien in Cocktails einsparen. Eine Möglichkeit ist, mit weniger Saft und dafür etwas mehr Soda zu arbeiten. Das verändert natürlich den Geschmack, kann einen Cocktail aber gleichzeitig frischer und weniger süß machen.

5. Die Portionsgröße im Blick behalten

Auch wenn es banal klingt, die Menge macht einen Unterschied. 4 cl Spirituose sind kalorientechnisch etwas anderes als 6 cl. Und auch ein Cocktail mit 150 ml ist nicht automatisch vergleichbar mit einem 400-ml-Glas.

Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass ein großes Cocktailglas häufig vor allem eines enthält: nämlich Eis. Und Eis hat, zumindest kalorientechnisch, einen ziemlich guten Ruf.

6. Mehr Aroma statt mehr Zucker

Ein Cocktail muss nicht ausschließlich über Süße interessant werden. Zitrone und Limette sorgen für Säure, Kräuter bringen Frische, Gewürze sorgen für Tiefe und Bitters können zusätzliche Aromen liefern. Auch eine hochwertige Spirituose kann einem Drink mehr Charakter geben, sodass weniger zusätzliche Zutaten notwendig sind.

7. Und manchmal einfach den Cocktail genießen

Denn bei aller Rechnerei sollte man eines nicht vergessen: Ein Cocktail ist ein Genussmittel. Niemand muss seinen Abend damit verbringen, die Kalorien jedes einzelnen Eiswürfels zu berechnen. Wenn du Lust auf eine Piña Colada hast, dann darf es auch eine Piña Colada sein. Wenn es der Negroni sein soll, dann ist es eben der Negroni. Bewusst genießen bedeutet nicht automatisch, alles optimieren zu müssen.

Manchmal bedeutet es einfach, einen guten Drink langsam zu trinken und ihn auch wirklich zu genießen. Und genau das ist für mich die beste Strategie überhaupt. Lieber einen Cocktail bewusst genießen, als drei mittelmäßige Drinks zu trinken, nur, weil sie vermeintlich weniger Kalorien haben.

Denn Kalorien hin oder her, am Ende soll ein Cocktail vor allem eines sein: nämlich lecker.

Bier, Wein oder Cocktail – was hat eigentlich mehr Kalorien?

Links Bier, in der Mitte Wein und Sekt und Rechts verschiedene Cocktails.

Was ist eigentlich die bessere Wahl, wenn man beim Alkohol ein bisschen auf die Kalorien schauen möchte? Bier, Wein oder Cocktail? Die Antwort ist, wie so oft: es kommt darauf an. Denn ein 0,2-Liter-Glas Wein mit einem 0,5-Liter-Bier oder einem riesigen Cocktail zu vergleichen, wäre ungefähr so sinnvoll wie Äpfel mit Orangenlikör zu vergleichen.

Schauen wir deshalb auf typische Portionsgrößen.

Getränktypische Portionungefährer Kaloriengehalt
Bier0,33 lca. 130-150 kcal
Weißwein0,2 lca. 140-170 kcal
Rotwein0,2 lca. 150-180 kcal
Sekt0,1 lca. 70-90 kcal
Gin & Tonic250 mlca. 150-200 kcal
Mojito250 mlca. 180-250 kcal
Margarita200 mlca. 200-300 kcal
Piña Colada250 mlca. 300-450 kcal

Die Zahlen sind natürlich nur Richtwerte. Alkoholgehalt, Rezept, Marke, Portionsgröße und vor allem die verwendeten Mixer können den tatsächlichen Wert deutlich verändern.

Das Überraschende ist, wie ich finde, nicht der Cocktail ist automatisch der Kalorien-König. Ein klassischer Gin & Tonic kann beispielsweise durchaus in einem ähnlichen Bereich liegen wie ein Glas Wein oder eine Flasche Bier. Das liegt vor allem daran, dass ein Teil des Volumens aus Tonic und Eis besteht.

Bei einem stark gesüßten Cocktail sieht die Sache dagegen schnell anders aus. Aber ich finde, es gibt keinen magischen Gewinner oder Verlierer. Viel sinnvoller ist es, sich die eigenen Lieblingsgetränke genauer anzuschauen. Und wenn wir genießen wollen, dann genießen wir und zählen nicht die Kalorien in Cocktails. Und es geht nicht darum, Drinks in gut und schlecht einzuteilen. Sondern darum, zu wissen, was man trinkt.

Kalorien in Cocktails? Ja. Drama? Nein.

Kalorien in Cocktails sind nun einmal ein Thema. Alkohol selbst liefert Energie und je nach Rezept kommen Zucker, Säfte, Liköre, Sirups, cremige Zutaten und süße Mixer hinzu. Deshalb kann zwischen zwei Cocktails, die auf den ersten Blick ähnlich groß aussehen, kalorientechnisch ein ziemlich großer Unterschied liegen. Aber genau deshalb lohnt sich der Blick hinter die Kulissen.

Denn wer versteht, woher die Kalorien in Cocktails kommen, kann selbst entscheiden, was er trinken möchte. Vielleicht mit etwas weniger Sirup. Vielleicht mit einem anderen Tonic. Vielleicht mit mehr Soda. Oder vielleicht auch einfach mit genau dem Cocktail, auf den man gerade Lust hat.

Ein Cocktail ist kein Salat. Und das soll er auch gar nicht sein. Er soll Spaß machen, gut schmecken und eine schönen Abend begleiten. Und wenn man dabei ein bisschen weiß, was eigentlich im Glas steckt, ist das doch die perfekte Kombination. Genuss mit Durchblick, statt Kalorien mit schlechtem Gewissen! Hier findet ihr zusätzlich Cocktails die bewusst weniger Kalorien haben.

Und falls ihr jetzt beim lesen Lust bekommen habt, selber einen Cocktail zu mixen, findet ihr bei dasgibtesnureinmal.de die richtigen Spirituosen, Sirups, Säfte, Barbedarf und vieles mehr.

In diesem Sinne, auf einen schönen Cocktailabend!

Eure Jessi


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